Es ist bekannt, dass E-Learning keine Grenzen kennt. Egal, wo in der Welt man sich aufhält, kann man sich in ein LMS einloggen. Dennoch ist für eine erfolgreiche internationale Einführung ein gewisses Maß an Organisation und Strategie erforderlich. Welche Kriterien müssen berücksichtigt werden und welche Fallen gilt es zu vermeiden, um den Erfolg seines internationalen Rollouts zu gewährleisten?

Global vs. lokal

Zu den Kriterien, die bei Ihren organisatorischen Entscheidungen für Ihr LMS zu berücksichtigen sind, gehören nicht nur die Verwaltung der Lerner, sondern auch die Organisation auf Managementebene, die lokalen Strategien und die politischen Aspekte innerhalb des Unternehmens. Jedes Land und jede Schulungsabteilung besitzt Besonderheiten und es gibt nur sehr wenige E-Learning-Inhalte, die Sie einfach zu übersetzen brauchen, um sie auf der ganzen Welt verwenden zu können. Setzt man lokale Lösungen einfach global um, wird es nicht funktionieren.

Wenn man für sein LMS keine globale Politik definiert, entgehen einem alle Skaleneffekte und Synergien, die in einem international agierenden Unternehmen möglich sind, und gerade darin liegt doch die Stärke der internationalen Unternehmensgruppen.

Wenn die Organisation weder global noch lokal ist, sprechen wir von „glokal“. Es handelt sich dabei um eine auf weltweiter Ebene zentralisierte IT-Lösung, die eine recht große Flexibilität bietet, um in jedem Land angepasst und gesteuert zu werden. Dies ist die Stärke der LMS SaaS, die Ihnen die Flexibilität der Parametrierung eröffnen, um ein an den lokalen Anwendungsbereich angepasstes Funktionspaket zu bieten.

Die häufigsten Fallen von „glokal“

Diese Strategie, die die zentralisierte Steuerung der Anwendung mit dem Betrieb durch lokale Teams verbindet, scheitert oft nicht aus technischen Gründen im Zusammenhang mit dem LMS, sondern aus zwei internen Gründen. Der erste Grund liegt in der Qualitätskontrolle. In der Tat ist es sehr häufig, dass das Land, welches ein Integrationsprojekt des LMS leitet (häufig die Zentrale, aber nicht immer), eine Qualitätskontrolle über die in die Plattform importierten Inhalte behalten möchte. Dies bedeutet eine erhebliche Verlangsamung des Prozesses und als Folge daraus eine Verlangsamung der Bereitstellung der Schulungen. Dadurch entsteht eine Desynchronisierung: das Produktionsende eines Inhalts in einem Land bedeutet nicht mehr zeitgleich die tatsächliche Bereitstellung des Inhalts für die Lerner in diesem Land. Die zweite Ursache ist die interne Refakturierung. Es kommt sehr häufig vor, dass diese Refakturierung für die verschiedenen Arbeiten der Zentrale sehr viel höher ausfällt als die Zugangskosten zu einem lokalen LMS in dem Land.

Soll das LMS oder das LCMS gemeinsam genutzt werden?

Die direkte Folge der genannten Probleme ist, dass in den großen Unternehmensgruppen, Ländern, BUs, Tochtergesellschaften usw. zahlreiche LMS nebeneinander bestehen. Jeder Freiraum kann dazu führen, dass eine neue Schulungsplattform eingerichtet wird. Sollte dieses Problem ausgeräumt werden? Nicht unbedingt. Die gemeinsame Nutzung und Zusammenarbeit müssen ohne Zweifel stärker auf die Lerninhalte als auf die Verbreitung konzentriert werden. Es liegt auf der Hand, dass die Schulungsleiter einen größeren Nutzen aus der Synergie ihrer Teams im Bereich der Schaffung von Ressourcen und Systemen ziehen werden, als aus einem eventuellen gemeinsamen Vertriebskanal. Wenn Sie nicht beabsichtigen, eine „glokale Strategie“ für Ihr LMS zu verfolgen, können Sie jedoch prüfen, ob Sie ein LCMS in das Zentrum der Sternstruktur stellen und jedes LMS als eine Sternspitze ausgestalten.