Wie Sie sich sicherlich erinnern, hatten wir in einem unserer letzten Artikel von den MOOCs gesprochen. Sie waren damals die aktuellste Neuheit im Universum der Wissensvermittlung. Und heute sind die MOOCs schon wieder außer Mode, denn jetzt spricht man von SPOC und COOC. Noch mehr unverständliche Kürzel, werden Sie jetzt zu Recht denken. Dennoch lohnt es sich, dass wir uns etwas näher damit beschäftigen. Sind dies die Schulungsmethoden von morgen, so dass wir E-Learning, Blended Learning, M-Learning usw. vergessen können? Es sind zwei Zielsetzungen erkennbar: ein Marketing-Ziel, um möglichst viele anzusprechen, und ein Ziel der Personalentwicklung zur Optimierung von Schulungen. Wir entschlüsseln die neuen Schulungstrends für Sie.

Zunächst erinnern wir daran, dass ein MOOC ein „massiver offener Online-Kurs“ ist, der für ein breites Publikum über eine Internet-Plattform zugänglich ist. Wenn Sie einen COOC belegen, hat dies nichts mit Kochen zu tun, sondern Sie bearbeiten einen Kurs ebenso wie einen MOOC, nur dass hier das M für Massive durch C für Corporate, also Unternehmen, ersetzt wurde.

Wann ist ein COOC ein Erfolg?

Wie bei jeder guten Schulung müssen Inhalt und Form attraktiv sein. Wenn ein Kurs zu theoretisch ist, schalten viele Teilnehmer schnell ab, anders als bei einer an der Praxis ausgerichteten Schulung. Andererseits gilt: je mehr Teilnehmer, desto aktiver wird die Lerner-Gemeinschaft. Der Informationsaustausch und Diskussionsgruppen unter Lernenden machen den Reichtum der Wissensbasis aus, die für alle zugänglich ist. Wir befinden uns damit im Zeitalter des sozialen Selbstlernens.

Die Unternehmen besitzen oft große interne Expertisen und mit den COOCs können sie dieses Wissen in einem größeren Maßstab nutzen. Bei den Online-Schulungen im kleineren Maßstab lautet das aktuelle Kurzwort SPOC.

Das hat nichts mit dem wissenschaftlichen Offizier von Raumschiff Enterprise zu tun, denn diese vier Buchstaben bedeuten „Small Private Online Course“. Diese Kurse werden nach demselben Muster wie MOOCs und COOCs als Online-Angebot produziert, unterscheiden sich jedoch vor allem hinsichtlich ihrer Zielgruppe: sie stehen nicht allen offen und sind auf rund 30 Teilnehmer beschränkt. Die Erfahrung zeigt, dass durchschnittlich nur 14 % der Teilnehmer eines MOOC diesen auch tatsächlich bis zum Ende bearbeiten. Zwar sind die Anmeldungen massiv, aber genauso massiv sind die Teilnehmer, die ihn wieder abbrechen. Der Mangel an Betreuung und Kontrolle ist sicherlich der Hauptgrund dafür. Eine gute Alternative scheint deshalb der SPOC: ein kleiner Teilnehmerkreis für mehr Effizienz.

Vor allem aber führen sie zu einem Abschluss. „Der SPOC ist die neue Generation des Fernunterrichts“, liest man überall. Man belegt einen SPOC, um ein Diplom oder neue Kompetenzen zu erwerben. Der persönliche Einsatz ist größer.

Die MOOCs haben eine große Marketingwirkung: sie sind Bestandteil der Kommunikation der Anbieter, um möglichst viele Personen anzusprechen.

Wie sieht es mit der E-Learning-Plattform aus?

Man muss sich schon gut auskennen, um den Unterschied zwischen einer Schulungsplattform und einem CooC oder SPOC nennen zu können. In Bezug auf die Technologie stützen sich letztere auf traditionelle LMS-Plattformen. Die wichtigsten Besonderheiten betreffen die soziale Ausrichtung des pädagogischen Ansatzes, die Berücksichtigung des Bedarfs einer großen Zahl von Ressourcen (Vermassung) und teilweise das wirtschaftliche Modell.