Auf YouTube, Dailymotion oder anderen Websites wie Commentcamarche.net findet man inzwischen zahlreiche Tutorials jeglicher Art. Online lernen, wenn ein spezifischer Bedarf entsteht, ist heute ein automatischer Reflex für viele von uns, im beruflichen oder privaten Bereich. Die Schulungsabteilungen stehen somit ihrem größten Konkurrenten gegenüber: dem Internet. In der Tat findet man im Internet alles, was man sucht, schnell und in mehr oder weniger guter Qualität. Die Beantragung einer Schulung in seinem Unternehmen ist meistens ein langwieriger und mühseliger Prozess. Doch hat sich die Schulungsbranche an die Nutzung des Internets angepasst?

Kann man sagen, dass das, was im Internet funktioniert, auch für die Schulung gilt?

Der Lerner, der Informationen im Internet sucht, ist Akteur. Er geht auf verschiedene Websites, um sich möglichst umfassend zu informieren. Ihm werden verschiedene Formate angeboten: Video, Infographie, Bild, Text usw. Sie sind dynamisch, aktuell und bieten angenehme Ergonomien. Die Vielfalt der im Internet verfügbaren Formate eröffnet der Schulung Interaktivität und führt zu intensiver Nutzung. Die Foren sind Orte des Teilens der Information, wo vielfältige Probleme, die auftreten können, von anderen Usern beschrieben und gelöst werden. Es ist ein Ort des Austauschs, wo der Lerner nicht nur nicht allein ist, sondern seine Erfahrung beisteuert, indem er sein Wissen mit anderen teilt. Diese Art von Websites erhöhen das Engagement jedes Teilnehmers.

Beim Schulen und beim Lernen kommt es vor allem auf den Austausch mit seinen Kollegen und Schulungsleitern an. In diesem Kontext entstand Social Learning. Ein gutes Beispiel ist die Nutzung des Internets für Schulungszwecke. Tatsächlich integrieren die aktuellen Schulungsinstrumente wie die LMS-Plattformen solche Diskussionsforen, in denen sich die Teilnehmer einer Schulung treffen, ihren Standpunkt austauschen, eine Schulung empfehlen und sogar eventuelle Schwachstellen erklären können. Auch die Schulungsleiter haben Zugang zu diesen Bereichen und können dort mit ihren Lernern diskutieren.

Sollten die Unternehmen das Internet für Schulungen nutzen?

Eine 100 %-ige Internetschulung zwischen Foren und Wikipedia kommt für ein Unternehmen nicht in Frage. Die Schulungsabteilungen müssen den Schulungsbedarf ihrer Mitarbeiter kennen, sie müssen die Kurse entsprechend den Tätigkeiten steuern und die einzuhaltenden Verfahren kontrollieren können. Das Ziel lautet deshalb, ein kohärentes Schulungsprogramm zusammenzustellen, das die tägliche Nutzung des Internets durch die Lerner integriert, gleichzeitig aber auch eine Steuerung der Schulungsprozesse ermöglicht. Es geht darum, die Unternehmen mit einem Instrument auszustatten, das es ermöglicht, kollektive Strategien und eine strukturiertere Didaktik miteinander zu vereinen, um einen vordefinierten pädagogischen Bedarf zu erfüllen.

Jedes Jahr werden pädagogische Innovationen vorgestellt, die häufig von Nutzungen des Internets abgeleitet sind und den Unternehmen einen Anreiz geben sollen, sich in ein neues Abenteuer zu stürzen, das die Art und Weise, wie sie ihre Mitarbeiter schulen, revolutioniert. Doch in den Unternehmen lässt man sich nicht so schnell verleiten, ständig die Methode der Weitergabe seines Know-hows zu ändern. Über Serious Game, MOOC oder Rapid Learning hinaus, erlaubt es nur ein grundlegender Wandel, die angebliche pädagogische Revolution wirklich erfolgreich zu nutzen: die Digitalisierung der Schulung.