Immer wenn eine Stelle unbesetzt bleibt, verliert Ihr Unternehmen an Produktivität, Zeit und Geld. Top-Talente ausfindig zu machen, ist jedoch bekanntlich alles andere als einfach, insbesondere wenn die Erwartungen – zu Recht – hoch sind. Eine Reihe von Unternehmen vertraut deshalb gezielt auf Empfehlungen der eigenen Mitarbeiter. Obwohl diesem Weg des Recruitings oftmals mit Misstrauen begegnet wird, handelt es sich um eine der besten Möglichkeiten, einen Pool hochqualifizierter Kandidaten aufzubauen.

Streben Sie ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm (MEP) an, das wirklich Ihren Anforderungen entspricht? Dann haben wir im Folgenden einige Tipps für Sie:

Bevor Sie starten

Die Grundlage für ein erfolgreiches Empfehlungsprogramm ist eine solide Unternehmenskultur. Eine positive Arbeitsatmosphäre und eine begehrenswerte Marke sind unumgänglich, damit Ihre Mitarbeiter Anderen aktiv dazu raten, ebenfalls in Ihrem Unternehmen einzusteigen. Ohne diese interne Unterstützung ist jedes Referenzprogramm zum Scheitern verurteilt.

Stellen Sie sich vor, Sie suchen nach einem neuen, guten Ausgehtipp für ein Abendessen. Höchstwahrscheinlich fragen Sie als Erstes Ihre Freunde oder suchen online nach Bewertungen. Ist der Feinschmecker Ihres Vertrauens vom Restaurant nicht überzeugt, wird er es Ihnen wohl kaum weiterempfehlen.

Bei Ihren Mitarbeitern verhält es sich ähnlich – sie haben großen Einfluss auf den Ruf Ihres Unternehmens. Sind Ihre Top-Arbeitskräfte nicht gewillt, Freunde, Verwandte oder ehemalige Kollegen auf freie Stellen hinzuweisen, fehlt Ihrem Programm die wichtigste Grundlage.

Um sicherzustellen, dass Ihr Unternehmen die Vorschusslorbeeren auch wert ist, sollten Sie sich an HR-Best Practices orientieren. Diese implizieren unter anderem einen modernen Ansatz des Kompetenzmanagements und langfristiges Commitment.

Einen Handlungsrahmen gestalten

Haben Sie einmal überzeugte und motivierte Mitarbeiter, ist es an der Zeit einen strukturierten Empfehlungsprozess auf die Beine zu stellen. Um Vorgehensweisen und Erwartungen abzustecken, müssen Sie herausfinden:

  • Auf welche Weise empfehlen Ihre Mitarbeiter weiter?
  • An wen wird empfohlen?
  • Wie wissen die Mitarbeiter, welche Stellen gerade zu besetzen sind?
  • Werden Empfehlungen unterschiedlich bewertet?
  • Wie erfahren Mitarbeiter, ob der von ihnen empfohlene Kandidat tatsächlich eingestellt wird?

Gestalten Sie den Prozess so einfach wie möglich. Zu viele Regeln oder unnötige Komplexität schaden der Bereitschaft zur Teilnahme. Sind die Rahmenbedingungen definiert, folgt die technologische Umsetzung, denn Empfehlungen in Papierform sind nun wirklich nicht mehr zeitgemäß. Investieren Sie Zeit in den Vergleich verschiedener HR-Software und wählen Sie eine Lösung mit einer Karriere-Webseite, die den Prozess der Weiterempfehlung und Bewerbung weitestgehend automatisiert.

Must-haves eines Mitarbeiterempfehlungsprogramms

Der primäre Ansporn für Ihr MEP sollte der Wunsch nach Top-Arbeitskräften für Ihr Unternehmen sein. Ihre Mitarbeiter wiederum haben auf diesem Weg die Möglichkeit, Einfluss auf die Zusammensetzung des Teams zu wählen und damit zu einem verbesserten Arbeitsklima beizutragen. Dennoch wird für den Aufbau eines effektiven Empfehlungsprogramms hier und da ein zusätzlicher Anstoß erforderlich sein. Folgende Punkte sollten Sie deshalb berücksichtigen:

Anreize setzen

Laut einer CareerBuilder-Umfrage geben 48% der Mitarbeiter an, dass monetäre Prämien sie zur Teilnahme an einem Mitarbeiterempfehlungsprogramm motivieren. Dabei handelt es sich nur um eine Möglichkeit, Arbeitnehmer für eine erfolgreiche Vermittlung zu belohnen. Spenden für einen wohltätigen Zweck, zusätzlicher Urlaub oder Gutscheine dienen ebenso als Anreiz zur Weiterempfehlung.

Wettbewerb fördern

Um die Teilnahme an Ihrem MEP hoch zu halten, kann ein interner Kontest um die höchste Vermittlungsrate pro Quartal zwischen den einzelnen Teams hilfreich sein. Eine gesunde Portion Wettkampfgeist fördert bei Managern wie Mitarbeitern eine teamorientierte Einstellung.

Zeitnah antworten

Denken Sie an die kostbare Zeit Ihrer Mitarbeiter ebenso wie an jene der empfohlenen Kandidaten. Halten Sie alle Beteiligten über den Fortschritt des Bewerbungsprozesses auf dem Laufenden und geben Sie zeitnahe Rückmeldungen. Durch mangelnde Reaktionsfähigkeit kann Ihr Empfehlungsprogramm schnell in Vergessenheit geraten.

Für Transparenz sorgen

Stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter ein regelmäßiges Update erhalten, ob die von ihnen empfohlene Person eingeladen, eingestellt oder abgewiesen wurde. Geben Sie Feedback zu schwachen Empfehlungen oder gar abgelehnten Top-Talenten. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern, wie diese den Auswahlprozess verbessern und wie Bewerber ihre Chancen erhöhen können.

Klarheit schaffen

Sind Ihre Stellenbeschreibungen präzise genug? Anstatt sich nur zu erkundigen, ob ein Mitarbeiter einen geeigneten Kandidaten kennt, sollten Sie gezielt fragen „Wer ist die kompetenteste Buchhalter, mit dem Sie je gearbeitet haben?“ oder „Wie heißt der bester Programmierer, den Sie je getroffen haben?“. Auf diese Weise hat auch Google seine Mitarbeiterempfehlungen um mehr als ein Drittel gesteigert.

Externe Empfehlungen

Sie können die Reichweite Ihres Mitarbeiterempfehlungsprogramms vergrößern, indem Sie auch Ihr externes Netzwerk einbeziehen. Eine Umfrage von SmashFly zeigt, dass Unternehmen, die ihr MEP auf Ehepartner, Alumni, Pensionäre, Lieferanten, Vertragspartner, oder gar Kunden des Unternehmens ausweiten, eine um 28% höhere Empfehlungsrate erzielen sowie 8% besser qualifizierte Kandidaten erreichen.

Referenzempfehlungen

Welche Personen waren die Top-Empfehlungen im vergangenen Jahr? Wenden Sie sich an diese, um weitere qualifizierte Kandidaten aus ihrem Netzwerk zu rekrutieren.

Offene Stellen priorisieren

Seien Sie sich über Schlüsselposition und schwer zu besetzende Stellen im Klaren. Dirigieren Sie Empfehlungen so, dass vornehmlich für diese ein geeigneter Kandidat gefunden wird.

Wissen Ihre Mitarbeiter nicht, nach welchen Profilen Sie suchen oder ist es ihnen gar egal ist, werden sie kaum zur Besetzung von Vakanzen beitragen. Ein Empfehlungsprogramm macht Ihre Mitarbeiter zu Markenbotschaftern und unterstützt Sie beim Finden neuer Talente. Der wichtigste Produktionsfaktor Ihres Unternehmens ist gleichzeitig eines der besten Recruiting-Tools. Verschwenden Sie also keine Zeit auf die Suche ohne diese wertvolle Quelle!

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