Auch wenn es auf der Hand liegt, dass die formelle Schulung ihre vorherrschende, in der Arbeitswelt anerkannte Stellung beibehält, setzt sich informelles Lernen, das bisher wenig verbreitet und genutzt wurde, immer mehr als eine neue Form von partizipativem Unterricht durch. In einigen Ländern wird informelles Lernen bereits als Erweiterung der Kompetenzen im Rahmen der individuellen beruflichen Laufbahn anerkannt („Validation des Acquis de l’Expérience“ in Frankreich, „NVQs“ in Großbritannien usw.).

Beim Social Learning wird angestrebt, Fernschulung durch soziale Medien zu ergänzen, um eine bessere Kommunikation zwischen den Lernenden und den pädagogischen Leitern und eine Optimierung der Ziele der Schulung zu erzielen.

Social Learning entwickelt die informelle Schulung (Lernen außerhalb des strukturierten Rahmens eines Lehrsystems, das hauptsächlich auf Interaktionen und dem Erfahrungsaustausch basiert), indem es dem Lernenden die Möglichkeit gibt, sein auf formelle Weise erworbenes Wissen zu ergänzen, Durch das Teilen, Fragen, Kommunizieren und Lernen in einem sozialeren und praktischeren Umfeld erwirbt er zusätzliches Wissen und vertieft es gleichzeitig.

Dabei muss bedacht werden, dass 90 % der Lernprozesse durch informelles Lernen bedingt sind: Austausch, Ratschläge unter Kollegen oder von Lehrkräften sowie die Erfahrungen, die in unserem täglichen Leben allgegenwärtig sind, sind wesentliche Bestandteile unseres Lernens. Vor diesem Kontext ist es naheliegend, Social Learning in die Fernschulung einzubinden.

Über E-Mails oder virtuelle Klassenzimmer, die schon seit mehreren Jahren in e-learning integriert sind, geht Social Learning heute weiter in der sozialen Dimension, da es Community-Funktionen aus dem Social Networking in die E-learning-Plattformen einbringt. Es unterstützt die Lerngemeinschaften durch verschiedene Medien und soziale Tools wie Wikis, Blogs, Foren usw. In den E-learning-Plattformen findet man Tools, die das Teilen fördern, wie das Microblogging. Sie stärken die Effizienz der Fernschulung, die eine immer engere Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren ermöglicht.